(Verfasst durch Herrn Gaston Benoit und +Dr.Karl Zimmermann anlässlich des 75- jährigen, resp. 100- jährigen Bestehens des Katholischen Männervereins Birsfelden. Bei der Erstellung dieser Chronik wurden auch Ausschnitte aus diesen beiden Schriften zitiert.)

Vorgeschichte und Gründung

Im Birseck konnte der 1857 in der Innerschweiz gegründete Piusverein nicht Boden fassen, wohl weil die Pfarrherren zu wenig Interesse zeigten. Als dann aber nach dem 1. Vatikanischen Konzil die Spannungen stiegen, 1872 Bischof Eugenius Lachat abgesetzt worden war und die Basellandschaftliche Regierung das Verlesen des von diesem verfassten Fasten-Mandates verboten hatte, riefen einige Männer eine Versammlung nach Reinach BL ein. Über 300 Glaubenstreue trafen sich am 9. Februar 1873. Es wurde ein 9-köpfiges Zentralkomitee aus Vertretern der 9 birseckischen Gemeinden und der Diasporapfarrei Birsfelden gebildet, dem aus Birsfelden, Martin Zipfel, Gärtner, angehörte. Diese Männer bildeten das Rückgrat des Widerstandes gegen die von den Christkatholischen begonnenen und von der Regierung unterstützten Abfallbewegung von der römisch-katholischen Kirche. Im Laufe der Jahre entstanden in verschiedenen Pfarreien katholische Männervereine, die versuchten, durch Vorträge das Volk zu belehren. 1890 bildeten sie den "Kreisverband der katholischen Männer- und Arbeitervereine von Baselland" angeschlossen dem 1888 in der Diaspora gegründeten "Verband der Männer- und Arbeiterverein" (VMAV). Diese Organisation und der Piusverein schlossen sich dann 1904 zum "Schweizerischen Katholischen Volksverein" (SKVV) zusammen.

In Birsfelden stellte sich die Frage eines Vereins vorerst nicht, waren doch die in religiöser Hinsicht aktiven Männer im "Katholischen Verein (resp. seit 1889 in der Genossenschaft) der Missionsstation Birsfelden" organisiert. Sie sorgten für die finanziellen Grundlagen, damit der Gottesdienst und die Unterweisung der Jugend gewährleistet waren.

Eine Änderung trat nach dem Amtsantritt von Pfarrer Aloys Bohl 1892 ein. Im November dieses Jahres ist im Protokoll der Genossenschaft vermerkt, dass Otto Gisiger als Aktuar einer Vereinigung von Katholiken das Gesuch stellte, das Vereinslokal zur Verfügung zu stellen. Dem Gesuch wurde entsprochen mit dem Vermerk: "Sollte sich aus der Vereinigung ein katholischer Verein bilden, so wäre der definitiven Überlassung kein Hindernis in den Weg zu legen". Diese Vereinigung darf wohl als Keimzelle des Männervereins betrachtet werden. Im Dezember 1893 regte dann Pfarrer Bohl die Gründung eines katholischen Männervereins an, "der keine Streitigkeiten in die paritätische Gemeinde bringen, sondern zur Wahrung unserer Interessen und zur gegenseitigen Annäherung und Freundschaft der Genossenschaftsmitglieder dienen soll". Eine Kommission mit sieben Mitgliedern begann mit den Vorarbeiten. Der nächste Hinweis findet sich im Verkündbuch unterm 29. April 1894. Es heisst dort: "Ein Katholikenverein wurde als ein Bedürfnis auch für die katholische Genossenschaft Birsfelden-Neue Welt und Umgebung erkannt, daher ist ein solcher Verein vor 14 Tagen ins Leben gerufen worden. In der Zeit, in der wir leben, gehören Vereine zu den Mitteln, wodurch sowohl das Böse und Gute gepflanzt und verbreitet wird. Darum unterstützt, empfiehlt und segnet die katholische Kirch diejenigen Vereine, welche sich der Pflege des Guten widmen. Der katholische Verein zur Wahrung der katholischen Interessen ist vom hl. Vater Leo XIII gutgeheissen und empfohlen. Einer anderen besseren Empfehlung bedarf es für den Katholiken nicht zum Eintritt in den katholischen Verein".

Am 20. Mai 1894 fand im Vereinssaal die offizielle Gründungsversammlung statt. Die 29 anwesenden Männer genehmigten die Statuten und wählten ein 5-köpfiges Komitee, das sich eine Woche später selbst konstituierte. Erster Präsident wurde Otto Gisiger, als Vizepräsident amtete Pfarrer Aloys Bohl, die ersten Protokolle führte Leo Menz, der spätere Gemeindepräsident von Birsfelden und Landrat, die Kasse übernahm Gregor Tröndle und als Beisitzer figurierte August Hauss, Herrschaftsgärtner in der Lehenmatt.

Mit Schwung wurde das erste Vereinsjahr in Angriff genommen:

  • Durch Druck der Statuen und von Einladungskarten sowie durch Festlegung der Finanzkompetenzen wurde das Vereinsleben geregelt. Zudem erfolgte der Beitritt zum Verband der katholischen Männer- und Arbeiterverein (VMAV).

  • Durch drei Versammlungen mit Vorträgen wurde die Weiterbildung gepflegt. Es referierten Pfarrer Weber von Basel über den Zweck des Vereins, Pfarrer Bohl über die "Pflichten, um mit Erfolg für die katholische Sache einstehen zu können und standhaft gegenäussere Angriffe entgegenzutreten" und schliesslich Dr. Ernst Feigenwinter, der bekannte Katholikenführer, über die Presse gipfelnd im Aufruf, die katholischen Zeitungen zu unterstützen. An den Versammlungen nahmen zwischen 40 und 50 Mitglieder teil.

  • Im Oktober wurde beschlossen, in der Kirche auf Kosten des Männervereins eine Heizung einzurichten und zu unterhalten.

  • Ebenfalls im Oktober fand ein Vereinsausflug statt.

  • Am 30. Dezember schliesslich wurde in der Brauerei Bürklin eine Abendunterhaltung mit Christbaumversteigerung unter Mitwirkung des Cäcilienvereins durchgeführt. Der Erlös der Christbaumversteigerung (Fr. 75.50) floss in die Vereinskasse, während die Eintrittsgelder (Fr. 51.--) für die Christbescherung der Kinder verwendet wurde.

Die Statuten

Wichtige Hinweise auf die Entwicklung des Vereins geben die Statuten, die, soweit bekannt, ungefähr alle 30 Jahre, nämlich 1924, 1952, 1984 und 1999 den veränderten Verhältnissen angepasst wurden. Vor allem ist der Zweckartikel zu beachten, der in den ersten Statuten von 1894 wie folgt lautet:

  1. Die Katholiken hiesiger Station in lebendiger, inniger und fester Wechselseitigkeit zu erhalten.

  2. Durch alle gesetzlich erlaubten Mittel die katholischen Interessen zu wahren.

  3. Der Jungmannschaft einen sittlichen religiösen Halt zu gewähren.

  4. Sich gegenseitig über ob schwebende kirchlich-religiöse Fragen zu besprechen und zu belehren.

  5. Gesellige Unterhaltung zu fördern.


1895

Die Sammlung für den Einbau einer Holzheizung ergab einen Betrag von Fr. 330.50. Das Heizmaterial "Holz" wurde von der Vereinskasse übernommen.


1896

Am 11. Oktober 1896 fand die 1. Generalversammlung statt. Es waren 52 Mitglieder anwesend. Das Vermögen betrug damals Fr. 321.50. Es konnte bereits ein Kassenüberschuss von Fr. 122.45 erwirtschaftet werden.


1899

Vom Kath. Männerverein wird an die Schulpflege ein Gesuch mit folgendem Wortlaut eingereicht:

  • Die kath. Kinder vom Bibelunterricht durch die Lehrer zu dispensieren. Sie sollen vom Pfarrer unterrichtet werden.

  • Die Lehrer sind aufzufordern, die kath. Kinder nicht mehr anzuhalten Lieder aus dem reformierten Gesangsbuch zu erlernen.

Hochw. Hr. Pfarrer Fries, Trierberg, wurde zum 1. Ehrenmitglied ernannt.


1903

Infolge schwacher Beteiligung an der Generalversammlung konnte die vorgesehene Statutenrevision und die Wahlen nicht durchgeführt werden. Am 1. schweizerischen Katholikentag in Luzern nahmen 30 Mitglieder teil.


1904

Am 19. Juni 1904 fand erneut eine Generalversammlung statt. Diesmal waren 31 Mitglieder anwesend. Durch den Präsident: Otto Gisiger konnte Hochw. Hr. Pfarrer, Dr. Aloys Müller, begrüsst werden. An dieser Versammlung konnte auch das 10. Vereinsjubiläum gefeiert werden. Laut Bericht des Präsidenten wurden in den ersten 10 Jahren 42 Vorträge gehalten oder besucht. Hochw. Hr. Pfarrer, Aloys Bohl, wird zum Ehrenmitglied ernannt.


1905

Hochw. Hr. Pfarrer, Käfer, aus Basel, hält einen Vortrag über seine "Landesreise". Dieser Vortrag fand im Restaurant "Stohler" statt. Es waren insgesamt 250 Personen anwesend. An die vorgesehene Kirchenvergrösserung (Anbau) wird beschlossen einen Betrag von Fr. 100.-- von der Vereinskasse zu spenden.


1906

Eintritt in den schweizerischen Volksverein. 23 Mitglieder besuchten den 2. schweizerischen Katholikentag in Freiburg. Jeder Teilnehmer erhält von der Kasse Fr. 5.-- an die Kosten. Das Gebiet Neue-Welt wird von der Pfarrei Birsfelden abgetrennt und kommt zur neu gegründeten Pfarrei Münchenstein - Neue-Welt. Mitglieder-Bestand ende 1906 = 71.


1909

Anlässlich einer Statutenrevision wurde eine Namensänderung von Kath. Männerverein Birsfelden - Neue -Welt, in Katholischer Männerverein Birsfelden und Umgebung, einstimmig beschlossen. Jahresbeitrag pro Mitglied betrug Fr. 1.--. Besuch des 3. schweizerischen Katholikentags in Zug.


1910

In diesem Jahr wurde erstmals eine halbtägige Vereinsreise gemacht. Sie führte von Soyhiers nach der Frohburg. Der Verein hatte nur noch 53 Mitglieder.


1912

Vom 3. - 10. März fand in Birsfelden eine Volksmission statt. Die Kosten wurden vom Männerverein getragen.


1913

Besuch des 4. schweizerischen Katholikentags in St. Gallen. Vereinsausflug nach Tecknau mit Besichtigung der Arbeiten am Nordportal des SBB-Hauensteintunnels. Die Mitgliederzahl ist wieder auf 107 angewachsen. Nach der Gründung der "Schweizerischen Konservativen Volkspartei" im April 1912 begann auch im Baselland die Diskussion um die Schaffung einer Kantonalpartei, die am 9. November 1913 zur Gründung der "Basellandschaftlichen Katholischen Volkspartei" führte. Auch im Birsfelden wurde die Parteigründung in Erwägung gezogen. Präsident , Otto Gisiger, wehrte sich aber heftig dagegen.


1914

Der kath. Männerverein nimmt aktiv am politischen Geschehen in Birsfelden teil. Für die Gemeinderatswahlen werden diverse absprachen getroffen und auch finanziell unterstützt. Wegen dem unmittelbaren bevorstehenden Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde auf das 20- jährige Vereinsjubiläum verzichtet.


1915

Während der Weihnachtsfeier wurde ein kinomatographischer Vortrag gehalten, (Redner ist leider nicht bekannt) über die Themen:

  • Sehnsucht der Väter nach Erlösung

  • Geburt des Heilandes

  • Weihnachten bei den verschiedenen Völker.

Im Dezember wurde eine Vereinsversammlung betr. Besprechung der Kirchenratswahlen einberufen. An dieser Versammlung wurde zugleich auch zur Innen-renovation der Kirche einen Betrag von Fr. 250.-- gesprochen.


1917

Vom Männerverein wurde eine politische Kommission gewählt. Diese bestand aus: Hochw. Hr. , Johann Häfliger, Pfarrer, Hangartner und L. Renz. Anlässlich dieser Versammlung wurde auch über die Gründung einer Volkspartei in Birsfelden diskutiert.


1918

Wie aus dem Protokoll der Generalversammlung zu entnehmen ist, fanden 4 Vereins- und 8 Vorstandsitzungen statt. Diskussionsgründe dieser Versammlungen waren hauptsächlicher politischer Natur. Es wurde der Mitgliederbeitrag von Fr. 1.-- auf Fr. 2.-- erhöht. Die obligatorische Weihnachtsfeier musste wegen der Grippe-Epidemie abgesagt werden.


1920

Zur Wahl in die Gemeindekommission wurden vom Männerverein 2 Kandidaten gestellt. Leider wurden die Namen und evtl. der Ausgang der Wahlen nirgends vermerkt. An das 50-jährige Pfarreijubiläum und zugleich abgehaltener Volksmission wurden vom Männerverein Fr. 200.-- gestiftet.


1922

In diesem Jahr wurde wiederum eine Weihnachtsfeier abgehalten. Der Reinerlöss von Fr. 1'004.95 wurde der Kirchgemeinde für die bevorstehende Renovation der Pfarrkirche überwiesen. Da es immer wieder zu Auseinandersetzungen kam wurde beschlossen, nur noch katholische Politik ohne Anschluss an andere Parteien zu machen.


1923

Infolge mangelndes Interesse der Mitglieder bei Vereinsversammlungen und den organisierten Vorträgen, trat der Vorstand im Globo zurück. Noch im gleichen Jahr wurde wiederum der Vorstand neu konstutiert.


1925

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1926

Nachdem 1925 und 1926 verschiedene Versammlungen als Parteiversammlungen bezeichnet worden waren ist, unter dem 22. November 1926 im Protokoll zu lesen, dass nach den Statuten der katholischen Volkspartei der Männerverein das Recht hat, 3 Mitglieder in diesen Vorstand zu delegieren. Bestimmt wurden damals die Herren, Sieber, Urich und Beh. Von diesem Zeitpunkt an werden politische Fragen nicht mehr ausführlich behandelt. Die Parteiarbeit wurde aber vom Männerverein jahrelang weiterhin finanziell unterstützt, wie er auch in früheren Jahren politische Aktionen finanziell getragen hatte. Durch Frau Lina Bauer-Kilcher wurde finanziell ermöglicht, dass die Parzelle 1 221 haltend 3 725m2 Acker in den Rebäckern an der Strasse unter der Hard von der St. Fridolins-Stiftung gekauft werden konnte. Sie stiftete Fr. 20'000.--. Von der Stiftung wurde mit dem Eigentümer Karl Meier-Mehlin ein Kaufvertrag ausgefertigt. Nach dem Kauf wurde mit Unterstützung von Frau Bauer sofort mit dem Bau einer Hütte begonnen. Am 12. Juni 1932 wurde die Matte mit einem Fest der Birsfelder- Jungmannschaft übergeben, mit dem Ziel einen Turnverein zu gründen. Dies gelang jedoch nicht. Die Matte wurde daher von der neu gegründeten Jungwacht benutzt. Bereits in diesem Jahr wurde ein Sommerfest auf der Spielmatte durchgeführt.



 


1929

Am Sonntag, den 20. Januar 1929 wurde das 35-jährige Vereinsbestehen gefeiert. Als Festredner konnte damals Hr. Regierungsrat Ph. Etter aus Zug verpflichtet werden. Herr Etter wurde einige Jahre später Bundesrat. Thema der Rede war "Schule und Elternhaus". Die ehemaligen Gründungsmitglieder wurden alle zu Ehrenmitgliedern ernannt. In diesem Jahr wurde auch der Schweiz. Katholikentag in Luzern besucht.


1932

Vom 10. bis 17. April fand wiederum eine Volksmission in Birsfelden statt. Auch die Mission wurde tatkräftig vom Männerverein unterstützt. Durch den Verein wurde beschlossen einen Fronleichnamsaltar anzuschaffen.


1933

Im Protokoll der Generalversammlung steht geschrieben, dass nach der Generalversammlung erstmals einen Imbiss verabreicht wurde. Dieser bestand aus einem Schüblig und Kartoffelsalat. Die Kosten wurden vom Verein übernommen. Der Mitgliederbestand hatte sich wieder leicht erhöht. Es wurden 70 Mitglieder verzeichnet. Anlässlich des Fronleichnamsfestes wurde der neu angeschaffte Altar vom Verein erstmals aufgestellt. Wo dies war, ist in den Protokollen leider nicht vermerkt. Der Altar kostete damals Fr. 350.--


1934

Es wurde das 40-jährige Vereinsjubiläum gefeiert, verbunden mit einem Pfarreiabend.


1935

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1937

In diesem Jahr wurde der Männerverein auf der Matte aktiv. Auf seine Kosten wurde eine Kegelbahn erstellt und am 1. August in Betrieb genommen. Schon im ersten Jahr konnten aus der sog. Kegelkasse Fr. 128.60 an die Kosten von Fr. 255.60 zurückbezahlt werden. Ebenfalls wurde zum Ankauf von Mobiliar (Tische Bänke) Fr. 135.95 von der Kegelkasse übernommen. Der Männerverein erhielt von der Kasse auch Fr. 50.--. nach dem Jahresbericht des Präsidenten erwirtschaftete die Kegelbahn im Jahre 1936 bereits einen Betrag von 213.85 oder pro Tag Fr. 3.30. Die verbleibende Restschuld der Kegelbahn konnte 1937 abgegolten werden. Im gleichen Jahr wurde ein Reglement zur Benützung der Kegelbahn erlassen, das aber leider nicht mehr auffindbar ist. Im gleichen Jahr mussten die Grundtaxen von Fr. 1.50 pro Stunde auf Fr. 2.-- erhöht. Im Protokoll der Generalversammlung ist zu lesen, dass die Kegelbahn im Jahre 1939/1940 insgesamt 94 mal benutzt wurde. 1935 wurde vom Verein auch der Schweiz. Katholikentag in Freiburg besucht. Ab diesem Datum fand jeden Dienstag ein Jass- oder Kegelabend statt. Im Sommer 1936 wurde auf der St. Fridolinsmatte ein erstes Mattenfest durchgeführt. Der Reinertrag ergab Fr. 289.80. Ein weiteres Mattenfest im Jahre 1937 fand zu Gunsten der mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfenden Kirchgemeinde statt. Es ergab einen Reinertrag von Fr. 306.67


1939

-1940

Infolge der Grenzbesetzung fanden in diesem Winter keine offiziellen Veranstaltungen statt. Währen des Krieges diente zudem die Hütte dem Militär als Unterschlupf. Schliesslich wurde sie zum Abstellschopf der Armee umfunktioniert. Im Verlaufe des Vereinsjahres 1939/1940 wurde beschlossen einen kath. Turnverein zu gründen. Es wurde sogar eine separate Kommission bestellt.


1941

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1943

An der Generalversammlung wurde einstimmig beschlossen eine Vereinsfahne anzuschaffen. Es wurde gleichzeitig ein Muster vorgelegt. Kosten der Fahne betrug Fr. 750.--. Am Sonntag, den 19. Oktober wurde das 70-jährige Jubiläum der Pfarrei Birsfelden gefeiert. Gleichzeitig fand die Fahnenweihe unseres Vereins und der Jungmannschaft statt. Das Tätigkeitsprogramm wurde erstmals gedruckt abgegeben. Einen Höhepunkt erlebte die Matte bei der Primizfeier von Karl Bauer am 4. Juli 1943. Für dieses Fest mussten vorher an der Hütte verschiedene Reparaturarbeiten und Aufräumungsarbeiten vorgenommen werden.


1945

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1950

Nach dem Krieg tauchten sofort Pläne zur Instandstellung der Hütte auf. Anfangs des Jahres wurden Männer zur Mithilfe gesucht. Es war vorgesehen die Hütte mit einem Anbau zu vergrössern und die Kegelbahn vom Freien in den neu erstellten Anbau zu verlegen. Auch zeigte es sich, dass die Zementpfosten für den geplanten Hag zwischen der Baumschule und der St. Fridolinsmatte zu schwach waren. Vom Kriegsdepot konnte dann für Fr. 400.-- Winkeleisen beschafft werden. Die im Freien aufgebauten Turngeräte wurden demontiert. Vom Männerverein wurde deshalb ein Baugesuch eingereicht. Der Kostenvoranschlag für den Anbau und Instandstellungskosten betrugen damals Fr. 1'910.--. Im Februar 1949 waren diese Kosten bis auf einen Betrag von Fr. 600.-- bereits gedeckt. Aus diesem Grunde wurde ein weiteres Mattenfest organisiert, bei dem es ein Reingewinn von Fr. 603.-- gab. Somit stand für den Anbau und Instandstellungskosten nichts mehr im Wege. In diesem Jahre wurde auch noch ein Katholikentag mit 57 Mitgliedern besucht. 1950 trat in der Verwaltung der Matte eine grundlegende Änderung ein. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Pfarramt für den Betrieb und den Unterhalt zuständig. Pfarrer Enderle wollte diese Aufgabe, um das Pfarramt von administrativen Arbeiten zu entlasten, dem Männerverein übergeben. Am 21. Juli 1950 fasste dessen Vorstand folgenden Beschluss; "Für die Betreuung der St. Fridolinsmatte stellt der Vorstand der Vereinsversammlung vom 15. August 1950 folgenden Antrag: Der Männerverein übernimmt die Ordnung und den Unterhalt der St. Fridolinsmatte. Als Organisator wird Herr Oswald Schlienger vorgeschlagen. Die Finanzierung des Unterhalts soll durch jährlichen Beitrag von Vereinen, teilweisen Ertrag aus dem Mattenfest und evtl. Türopfern erbracht werden. Die Rechnung soll separat geführt und diese unserem Kassier, Herr Urich, übertragen werden". Die Vereinsversammlung folgte diesem Antrag einstimmig. Somit begann für die Mitglieder des Männervereins eine arbeitsreiche Zeit. Während für 1950 in der Rechnung der Mattenkasse ein Einnahmen Fr. 20.05 an freiwilligen Spenden und je Fr. 50.-- vom Männerverein und der Jungmannschaft als Beitrag zum Unterhalt der Matte und an Ausgaben Fr. 2.90 für 3 Schlüssel und Fr. 117.15 als Einlage auf ein Sparbuch verbucht wurden, änderte sich dies in den nächsten Jahren. Gleichzeitig trat der Männerverein beim Kirchenbaubazar als Hauptträger dieser Veranstaltung auf. Im gleichen Jahr wurde auch die neu angeschaffte Bruderklausen-Statue feierlich eingeweiht. Der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt 73 Mitglieder.


1951

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1953

Der Männerverein beteiligte sich an der internationalen Friedenswallfahrt nach Mariastein. Es nahmen das Elsass und Baden-Würthenberg teil. In diesem Jahre begann auch die erste Bauperiode, welche bis 1953 dauerte. Die Gesamtausgaben beliefen sich auf Fr. 7'749.65. An der Generalversammlung von 1952 wurde Herr Joseph Urich für seine 25-jährige Tätigkeit im Vorstand mit einem kleinen Geschenk geehrt. Der Mitgliederbeitrag wird von Fr. 3.-- auf Fr. 5.-- erhöht. Die Miete der Matte wird auf Fr. 200.-- festgelegt. Ab dem Jahre 1952 wurden den Aufsehern bei fremden Mattenfesten sog. Ueberwachungsspesen von Fr. 10.-- bezahlt. Für den Aussenanstrich und Innenausbau der Hütte wird ein Darlehen von Fr. 1'000.-- aufgenommen. Am 15. Juli 1951 wurde das von einem Wohltäter gestiftete 7 m hohe Kreuz aufgestellt und auch eingeweiht. (Name nicht bekannt)


1954

Mit einem Pfarreiabend wird das 60-jährige Vereinsjubiläum begangen. 30 Mietglieder und Jungmänner nehmen am Schweiz. Katholikentag in Freiburg teil.


1955

Am 2./3. und 4. September 1955 fand der Kirchenbaubazar Birsfelden statt. Der Männerverein war an diesem Fest, Hauptträger und half deshalb auch tatkräftig mit. Im Protokoll ist dieser Bazar mit dem Kurzwort "KAKIBABABI" aufgeführt.


1957

In diesem Jahr wird Hr. Bachmann als 100. Mitglied in den Männerverein aufgenommen. Von der Generalversammlung wurde beschlossen für die Mattenfeste 30 Garnituren, bestehend aus Tische und Bänke, anzufertigen. Die Matte wurde an 7 Vereine vermietet. Erstmals fand im Mai eine Fusswallfahrt nach Mariastein statt. Für die im Bau befindliche neu Kirche wurde beschlossen eine Glocke zu stiften. Preis dieser Glocke ist Fr. 6'200.--. Vor dem Neubau wurden die Glocken aus dem alten Turm demontiert und auf der Terrasse aufgestellt.


1959

Die neue Kirche wurde am 19. April durch Bischof von Streng aus Solothurn eingeweiht. Auch an dieser Kirchweihe war der Männerverein sehr aktiv. Ab diesem Datum übernahm der Männerverein bis zum heutigen Datum die Aufgabe des Opfereinzuges in der Kirche. Es folgte in diesem Jahr auch noch eine Wallfahrt nach Sachseln und Einsiedeln.


1960

-1965

Der damalige Präses, Pfarrer Enderli, verstarb plötzlich. Durch Herrn Brugger wurde ein Vortrag über "11 Jahre in Russischer Gefangenschaft" gehalten. Zum Andenken an den verstorbenen Präses wird ein Bruderklausen-Reliquiar in Auftrag gegeben. Im Jahre 1964 wurde das Kreuz auf der Matte durch ein Eichenholz-Kreuz ersetzt. An der Hütte wird ein Vordach angebracht. Es wird erstmals ein Wirtepatent für die Matte beim Pass- und Patentamt Liestal gelöst.


1966

Für die St. Niklausfeier wird dem Kindergarten der Barbetrag von Fr. 120.-- gegeben. Von der Versammlung wird auch beschlossen, dass die Mitglieder welche das 65. Altersjahr erreicht haben, als Freimitglieder ernannt werden. In diesem Jahr wird wiederum ein Pfarreiabend abgehalten.


1968

Es werden in diesem Jahr Vorbereitungen für das 75. jährigen Vereinsjubiläum getroffen. Auch wurden diverse Vorträge, Diskussionsabende, Fusswallfahrt, St. Nikolaus-Feier, Jassturnier, Kegelturnier und Mattenfest durchgeführt.


1969

Durch den damaligen Präsidenten, Gaston Benoit, wurde zum 75-jährigen Jubiläum des Kath. Männervereins eine Chronik verfasst. Mit einem grossen Fest, verbunden mit dem 100-jährigen Jubiläum der Kirchgemeinde Birsfelden, wurde am 27. - 29. Sept. 1969 dies gefeiert. Die Mitgliederzahl hat sich wieder leicht auf 115 erhöht. Der Kirchgemeinde wird zum Jubiläum eine Kupferschale für die Hostien geschenkt.


1970

Ab diesem und die nächsten Jahre wurde die Hütte um- und angebaut. Die Umbau- oder Anbauarbeiten wurden zum grössten Teil durch Mitglieder in Fronarbeit ausgeführt. Die Arbeiten wurden gemäss Protokolle erst ende der 80. Jahre abge-schlossen. An jeder Vereins- und Generalversammlung wurden immer wieder neue Opfereinzüger gesucht. Es scheint bis heute ein Dauer-Thema zu sein.


1971

An der 76. Generalversammlung, welche am 13. Febr. 1971 im Restaurant zur Hard statt fand nahmen 31 Mitglieder teil. Zum anschliessenden Nachtessen hatten sich jedoch 40 Mitglieder angemeldet. Abgemeldet für diese GV hatten sich Pfarrer Schweizer und Vikar Küng. Das Jahresprogramm für 1971 wurde angenommen. Ins Programm aufgenommen wurde auch eine Besichtigung oder Filmabend. Ebenfalls wurde beschlossen eine Vereinsreise ins Simmental und Jaunpass. 21 Mitglieder verpflichteten sich sofort an dieser Reise teilzunehmen. Hr. Lucchina schlägt vor den Verein wieder vermehrt Werbung zu machen.


1973

Im Vereinsjahr 1972 hat sich der Mitglieder-Bestand wieder erhöht. Es konnten 108 Mitglieder gezählt werden. Gemäss Jahresbericht des Präsidenten Benoit Gaston, ereignete sich am Mattenfest leider ein kleiner Unfall anlässlich der Kinderbelustigung. (Weiteres ist im Protokoll nicht vermerkt.) Pfarrer Schweizer hielt einen Vortrag über das Land "Mexiko". Von der Versammlung abgelehnt wurde der Vorschlag von einer "Gruppe Müttern" auf der St. Fridolinsmatte zeitweise einen Kinderhort einzurichten. Das Jahresprogramm wird ohne Einwände genehmigt. Es sind wiederum zahlreiche Veranstaltungen vorgesehen. Auf Antrag von Hr. Jetzer wird die Miete für die Hütte und Blachen der Teuerung angepasst. Er schlägt vor die Matte auf Fr. 650.-- und für die Blachen Fr. 300.-- zu setzen. Die Versammlung nahm diesen Vorschlag an. Ebenfalls auf Antrag von Hr. Herger wird den beiden Mattenchef's für die Arbeiten auf der Matte einen Betrag von Fr. 100.-- ausgerichtet. Auch dieser Antrag wurde von der Versammlung gutgeheissen.


1974

Das Dorffest 1973 konnte mit einem grossen Erfolg abgeschlossen werden. Es ergaben sich Total-Einnahmen von Fr. 30'000.-- Unser Verein hatte von allen mitgemachten Vereinen der grösste Anteil. In diesem Jahr konnte auch am Mattenfest ein Reingewinn von Fr. 5'000.-- erwirtschaftet werden. Es wurde beschlossen die elektrischen Leitungen auf der Matte durch die Fa. Hoffmann & Boschung neu zu verlegen lassen. In der Küche wurde im vergangenen Vereinsjahr ein neuer Durchlauferhitzer installiert. Der Gemeinde Mavolta (Bleniotal) wurden Fr. 1'000.-- gespendet. Auf Antrag des Vorstandes wird am grossen Dorffest "100 Jahre Birsfelden" vom 5.-7. September mitgemacht.


1975

Die Matte wurde mit einem Buschhag abgegrenzt. Erneuerung der Feuerstelle, sowie pflanzen von neuen Tannen und erstellen eines Kletterbaumes. Auch wurde in diesem Jahr wiederum eine Vereinsreise durchgeführt. Sie ging nach Eriswil / BE. Pfarrer Schweizer orientiert an der GV für das Konzept "Donja/Tschad", das von unserer Kirchgemeinde finanziert wird. Gemäss seinen Ausführungen ist dort eine Kranken-Station, Bau eines Hauses (Ordensschwestern) und Neubau eines Brunnen vorgesehen. Die Kosten dürften sich dabei auf ca. Fr. 35'000.-- belaufen.


1976

Im Verlaufe dieses Jahres wurden wiederum div. Veranstaltungen und Besichtigungen durchgeführt. Die Küche wurde mit einem neuen modernen Kochherd und einem Ofen ausgestattet. Im Saal wird die Decke saniert. Für immer wieder neue Bauarbeiten wird eine Fräse angeschafft. Pfarrer Schweizer wird zu seinem 60. Geburtstag ein kleines Präsent überreicht.


1977

Hochw. Pfarrer Weber schlug an der GV vor, als Pate für den Verein den Hl. Phillipe Neri zu wählen. Anlässlich der Diskussion stellte man fest, dass bereits seit einigen Jahren als Patron "Bruder Klaus" ernannt wurde.


1978

Der Vereinspräsident, Benoit Gaston, konnte an der GV vom 25. Januar sein 20-jähriges Jubiläum als Präsident feiern. Die Würdigung wurde vom Pfarrer Weber gehalten. Laut Protokoll stellte er anschliessend den Jahresheiligen unseres Bistums vor. Es handelt sich dabei um St. Fridolin. Zu seinen Ehren werden im Verlaufe des Jahres diverse Verehrungen in Rankweil/A stattfinden. Danach gibt er auch bekannt, dass er aus der Baukommission / Fridolinsheim austreten werde. Ebenfalls musste die Versammlung vom definitiven Wegzug der Ordensschwestern aus der Pfarrei zur Kenntnis nehmen.


1979